Pressemitteilung
Junge Union hält an Straßenbahn fest
Die Junge Union Vellmar/Espenau (JU) bezieht eindeutig Position für die Straßenbahn-Verlängerung nach Vellmar. Die Kritik von OSC-Chef Tölle auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des größten Vellmarer Vereins habe gezeigt, dass eine offene Diskussion über Vor- und Nachteile geführt werden müsse. Diese Diskussion möchte die JU jetzt anstoßen. Dass sie im Kommunalwahlkampf nicht geführt wurde, liegt nach Meinung der Jungpolitiker an der klaren Beschlusslage im Stadtparlament. Dort hatten sich alle Beteiligten klar für die Realisierung ausgesprochen. „Der Vorschlag der FDP ist vor diesem Hintergrund nicht zu verstehen und auch vollkommen realitätsfremd. Eine Trasse, die am Ortseingang Vellmars endet, würde niemanden zum Umstieg auf die Bahn bewegen, weil sie die Leute nicht da erreicht, wo sie wohnen“, so der Sprecher der JU, Volker Kochensperger.
Die Aussage Tölles, die Folgekosten wären unabsehbar, weist die JU allerdings entschieden zurück. In den Planungen ist keine Mehrbelastung der Stadt Vellmar vorgesehen. Für den Betrieb und die dadurch entstehenden Kosten sei allein die KVG zuständig, der Zuschuss, den die Stadt schon jetzt für den ÖPNV zahlt, bleibe auf dem gleichen Niveau. Dies bedeute allerdings, dass eine der bisherigen Buslinien wegfallen müsste. Die verbleibenden Linien könnten aber als Zubringer für die Tram wesentlich effektiver eingesetzt werden, sodass dadurch keine Nachteile entstehen.
Die Straßenbahn sei für die Wohnstadt Vellmar ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität. „Die schnellere und bequemere Erreichbarkeit beispielsweise der Kasseler Innenstadt und der Arbeitsplätze in Kassel sichert die Mobilität für breite Schichten der Einwohner Vellmars“, ist sich Kochensperger sicher und ergänzt: „Durch die steigenden Spritpreise wird sich der Umstieg auf den ÖPNV bei entsprechender Attraktivität künftig noch eher lohnen.“ Bereits realisierte Strecken wie die Lossetalbahn oder die Anbindung Baunatals hätten das Fahrgastpotenzial bewiesen. Auch für Vellmar könne dies bedeuten, dass als Folge die Belastung durch den Individualverkehr mit PKWs abnimmt. Ein wichtiger Bestandteil der Planungen sei daher auch der Park-and-Ride-Parkplatz an der Wendeschleife Richtung Espenau, der im Gegensatz zur jetzigen Lösung an der Holländischen Straße gut gelegen und groß genug ist.
Natürlich würden sich auch Nachteile insbesondere im Bereich des Stadtzentrums ergeben. Die SPD hat bei der Stadtplanung Ende der siebziger Jahre den Bau einer Straßenbahn ausgeschlossen und mit der engen Bebauung dafür gesorgt, dass es heute nur mit hohem Aufwand und Belastung der Anwohner möglich ist, die Tram zu realisieren. Die Junge Union hatte schon damals die Tram gefordert. Es böten sich aber auch Chancen. Die erhöhten Fahrgastzahlen, insbesondere am zentralen Umsteigeknoten an der Gesamtschule könnten für eine Wiederbelebung des Geschäftsviertels Stadtzentrum genutzt werden. „Sollte das laufende Planfeststellungsverfahren ohne gravierende Veränderungen abgeschlossen werden, wäre es unverantwortlich, dem Bau nicht zuzustimmen“, so Kochensperger. Die Planungskosten wären in den Sand gesetzt und die Fördergelder des Landes würden verfallen.
Von der SPD, die auch nach der Wahl die absolute Mehrheit im Stadtparlament hat, erwartet die Junge Union jetzt eine klare Position. Die Verantwortlichen der SPD-Fraktion ebenso wie Bürgermeister Stochla müssten nun Prioritäten setzen. Entweder eine sinnvolle Förderung der Infrastruktur, die allen Einwohnern Vellmars zu gute kommt oder ein luxuriöses Kulturzentrum für einen geringen Teil der Bürger. Beide Großprojekte könnten nicht realisiert werden, meint die JU. Die SPD habe aber das Kulturzentrum noch nicht aufgegeben, sondern nur in einen anderen Teil des Haushalts verschoben. Der Bürger lasse sich durch solche Versteckspielchen nicht täuschen. „Die Straßenbahn für Vellmar muss oberste Priorität haben“, so Kochensperger abschließend.
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